Andrews letzte Worte
(von Bianca Schmidt)
"Jesus rief ein kleines Kind, stellte es in die Mitte
und sprach: Wenn ihr euch nicht ändert und so werdet wie die
Kinder, kommt ihr nie in das Reich Gottes. Wer aber so klein und
demütig sein kann wie ein Kind, der ist der Größte in Gottes
Reich." (Matt. 18, 2-4)
Andrews letzte Worte
Es ist immer sehr schlimm, wenn ein Kind stirbt. Es gibt nichts,
was der Familie die Trauer abnehmen könnte. Gedanken und Fragen wie
"Warum?" und "Wo war Gott?" tauchen unweigerlich auf.
So war es auch als der achtjährige Andrew Pickering starb, genau
wie beim Tod jedes anderen Kindes. Allerdings waren Andrews letzte
Worte so merkwürdig, dass sie in die Schlagzeilen kamen und um die
ganze Welt gingen.
Andrew war ein wunderbarer Junge, er war freundlich und mutig. Er
nahm das Leben ernst und fand trotzdem immer etwas zu lachen. Zu
den Dingen im Leben, die er am meisten liebte, gehörten Busse. In
Nottingham in England, wo er lebte, kannte er alle Busse und konnte
sie am Motorengeräusch voneinander unterscheiden. Nach seinem Tod
wurde zu seiner Ehre ein besonderer Bus nach ihm benannt.
Im Jahr 1994 starb Andrew kurz vor Ostern nach einem langem
Kampf gegen Leukämie. Seine letzten Stunden verbrachte er zuhause
bei seinen Eltern im ständigen Wechsel zwischen Bewusstlosigkeit
und Bewusstsein. Er hatte keine Schmerzen und machte einen
entspannten und glücklichen Eindruck. Einmal sprach er davon er sei
in einem Schneesturm. Ein anderes mal machte er Geräusche, als
erlebte er gerade eine tolle Achterbahnfahrt. Schließlich
konzentrierte er sich und sprach ein letztes mal mit seinem Vater.
Seine Worte haben viele Menschen sehr beeindruckt. Er sagte: "Gib
nicht Jesus die Schuld, er kann nichts dafür."
Wir Menschen geben oft Jesus oder Gott die Schuld, wenn etwas
schlimmes passiert. Wir sagen dann zum Beispiel: "Warum hat Gott
das zugelassen?" oder "Wenn Gott wirklich allmächtig ist, wieso hat
er es dann nicht verhindert?"
Ist Andrew Jesus begegnet, als er im Sterben lag? Sind seine
letzten Worte eine Botschaft an uns? Wir wissen es nicht. Aber
Jesus hat einmal gesagt, dass alle Menschen wie Kinder sein sollen,
weil sie Gott einfach vertrauen. Sie lassen sich vom höchsten Baum
fallen, ohne Angst zu haben sich zu verletzten. Sie Vertrauen
gehalten zu werden. Ohne Misstrauen und Hintergedanken gehen sie
durch die Welt und lernen jeden Tag Neues dazu, nämlich das sie
gehalten werden und das immer jemand für sie da ist.