EyjafjallaWiebitte ???
(von Ute Sommer)
Eyjafjallajökull, hört sich doch total lustig an, oder?
Bis vor zwei Wochen hätten wir, genau wie die meisten
Oberberger, Eyafjallafökull für eine gesunde Light-Margarine
oder das ultimative, neue Hunde-Kraftfutter gehalten.
Doch weit gefehlt, total daneben, denn Eyafjallajökull ist
überhaupt nicht spaßig, sondern hat sich mit roher Urgewalt in den
Vordergrund geschoben. Der relativ kleine, isländische Vulkan hat
mit seiner gigantischen Aschewolke den Flugverkehr in ganz Europa,
von jetzt auf gleich, zum Erliegen gebracht und erreichte innerhalb
weniger Tage große Medienprominenz.
Das Tückische und Unberechenbare dieser Wolke war ihre
Unsichtbarkeit, da sie sich in relativ hohen Luftschichten
ausgebreitet hatte. Für kein Auge wahrnehmbar, nicht zu fühlen,
ohne direkte Beeinträchtigungen für unser normales Leben und doch
präsent, mit weit reichenden Konsequenzen.
Angesichts der riesigen volkswirtschaftlichen Kosten wurden
schnell Stimmen laut, die die Existenz der Wolke in Frage stellten.
Sehr menschlich diese Verhaltensweise!
"Ich glaube nur das, was ich sehe" ist doch das Leitmotiv
unserer so modernen, aufgeklärten Gesellschaft.
Dumm nur, dass es vieles in unserem Leben und Alltag gibt, was
wir nie sehen werden und das trotzdem eminenten Einfluss auf jeden
von uns hat. Beispielsweise die Liebe, weder messbar, noch chemisch
nachzuweisen, schon gar nicht sichtbar. Oder Atemluft, nicht
greifbar, optisch nicht wahrnehmbar, schon gar nicht mathematisch
berechenbar. Oder Atome, die die Grundbausteine der Materie
darstellen. Diese Aufzählung könnte ich bis zum Gähnen
fortführen…
Fazit: Außer der Wolke von Eyjafjallajökull scheint es Unmengen
von Dingen und Tatsachen zu geben, die sich meiner begrenzten
Wahrnehmung entziehen, aber trotzdem existent sind.
Davon redet der Monatsspruch Mai mit folgenden Worten:
Es ist aber der
Glaube
eine feste Zuversicht auf
das, was man hofft
und ein Nichtzweifeln an
dem,
was man nicht sieht.
Hebräer 11.1
Der Glaube an den Schöpfer der schönen Welt, der seinen Sohn für
unsere Schräglagen hat sterben lassen, ihn nach drei Tagen wieder
zum Leben gebracht hat ist - eben nicht sichtbar. Sein Wunsch, dass
unser Leben gelingt und er an jedem Tag bei uns ist - eben nicht zu
beweisen.
Das Du und Ich in Ewigkeit bei ihm sein werden, wenn wir seinen
Worten glauben, ist - eben nicht zu berechnen.
ABER: Es gibt Unmengen von Dingen und Tatsachen, die sich meiner
begrenzten Wahrnehmung entziehen und trotzdem existent sind (siehe
Eyjafjallajökull :-) ).
Ute Sommer