Gedanken zur Jahreslosung 2010
(von Holger Schmidt)
Jesus Christus spricht:
"Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!
Johannes 14,1
Jesus steht kurz vor seiner Festnahme. Am Gründonnerstag
bereitet er seine Jünger auf die Zeit vor, in der er nicht mehr
sichtbar unter ihnen sein wird. Über drei Jahre waren sie jetzt mit
ihm durchs Land gezogen und er hatte ihnen Hoffnung und neuen
Lebensmut gegeben. Was hatten sie nicht alles mit ihm erlebt. Jesus
hatte Wasser zu Wein gemacht, Kranke wieder gesund und sogar Tote
wieder lebendig. Er war ihr Idol. Mit Jesus waren sie stark. Er
hatte ihnen neues Selbstvertrauen geschenkt. Das wusste Jesus.
Deshalb bereitet er jetzt seine Jünger mit diesen zwei
Ausrufesätzen auf eine neue Situation vor. Erschreckt euch nicht,
sagt er. Es werden einige Dinge passieren, die ihr nicht verstehen
werdet, aber glaubt an Gott und glaubt an mich! Jesus verabschiedet
sich von seinen Jüngern. Er konfrontiert sie mit seinem Leidensweg
und dass er persönlich, in Zukunft nicht mehr bei ihnen sein
wird. Für die Jünger war es in diesem Moment sicherlich eine
Schock-Nachricht. Jesus wollte seine Jünger nicht im Unklaren
lassen über seinen Weg ans Kreuz.
Jesus will auch uns mit diesen Worten nicht im Unklaren lassen
über die Schwierigkeiten in unserem Leben. Auch wenn wir unser
Leben mit Jesus gehen, werden wir nicht verschont von
erschreckenden Nachrichten:
Finanz- und Wirtschaftskrise, Terrorgefahr,
Schweinegrippe!
Aktuelle Begriffe aus der heutigen Zeit. Wer plötzlich selbst,
oder in seinem Umfeld damit zu tun bekommen hat, weiß was hier
gemeint ist.
Wenn sich der Mensch erschreckt und in eine lebensbedrohliche
Situation gerät, gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten. Beide
Möglichkeiten schließen sich gegenseitig aus:
- Reserven mobilisieren
Für jedes Alter gibt es einen bestimmten Maximalpuls, der beim
Sport nicht überschritten werden sollte. Es gibt aber eine Reserve.
Wenn der Mensch in einer Notsituation ist, oder erschreckt wird,
kann er diesen Maximalpuls überschreiten und ist für kurze Zeit
fähig über seine normalen Möglichkeiten hinaus zu gehen. Er ist
stärker, konzentrierter und präsenter.
- Der Schock-Zustand
Wenn aber der Notfall, oder das Erschrecken anhält, kann es zu
einem Schock kommen. Der Mensch ist dann nicht mehr fähig, die
Notsituation zu gestalten. Er ist wie gelähmt.
Der Jahreslosungstext gilt sicherlich für beide Situationen.
Unser Glaube an Gott soll uns dabei helfen, in einer
Notsituation, in einer wirklichen Lebens- und Existenzkrise alle
möglichen Reserven zu mobilisieren, aber er möchte uns
auch davor bewahren, in eine Schockstarre zu verfallen. Sicher ist
dies einfacher gesagt als getan.
Wir leben auch in einer engen Beziehung mit Jesus nicht in einem
Paradies. Aber, wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott es gut mit
uns meint. Der Tod Jesu und seine Auferstehung ist auch für uns das
Zeichen für den Anfang eines neuen Lebens, was er uns schenken
möchte.
Alles Gute und Gottes reichen Segen für das Jahr 2010
wünscht
Holger Schmidt