Himmel ist ....
(von Christian Fischer)
In der heutigen Zeit, die immer
hektischer und voller zu werden scheint gibt es einen interessanten
Trend: Wenn Leute die Schnauze voll haben, von dem Alltagstrott,
von Arbeit, Stress und Co, gönnen sie sich eine Auszeit, ein
Sabbatjahr oder auch mal zwei. Nicht selten passiert es, dass viele
Leute, die sich vorgenommen haben, eine Auszeit zu nehmen,
überhaupt nicht wieder einsteigen, sondern sehr großen Gefallen an
dem anderen Leben finden.
Immer wieder hört man dann, wenn
solche Leute erzählen, die gleichen Worte: "Zuerst konnte ich mir
gar nicht vorstellen, wie es ist ohne Handy, Computer und so was zu
sein, aber dann, als ich erst einmal angekommen war, merkte ich,
wie wunderbar es ist, ohne diese Dinge auszukommen und habe das
erste Mal gemerkt, wie schön ein Sonnenaufgang ist...."
Sicher nur ein exemplarischer Satz
eines möglichen Aussteigers. Doch ein Satz an dem für mich sehr
viel dran hängt. Fragen wir uns doch mal selbst....
-
Wann haben wir uns eigentlich das
letzte Mal so richtig Zeit genommen einen Sonnenauf - oder
Untergang zu genießen?
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Wann haben wir das letzte Mal die
Augen zu gemacht und tolle Musik gehört?
-
Wann haben wir das letzte Mal richtig
bewusst wahr genommen, was für eine(n) wunderbare(n)
Freund/Freundin, Mann, Frau oder Familie ich habe?
Ich denke, dass es oft so ist, dass
im Alltag die Antworten auf diese Fragen, die sich sicher für jeden
einzelnen problemlos erweitern lassen, auf der Strecke bleiben.
In diesem Trott kommt dann oft
Unzufriedenheit auf, weil man das Gefühl hat, das die eigenen
Sehnsüchte nicht gestillt werden und auch die Frage, wo Gott
eigentlich im Alltag ist, ist dann oft sehr nah....
Aber warum eigentlich? Muss es erst
soweit kommen, dass etwas Schlimmes passiert, dass ich zur
Besinnung komme oder brauche ich wirklich immer erst eine lange
geplante Auszeit und wahrzunehmen, was wirklich wichtig ist und das
Gott vielleicht doch da ist ...?
Als ich vor kurzem im Auto Musik
hörte, bin ich auf den Text von Heaven is the face von Steven
Curtis Chapman gestoßen, der mich zum Nachdenken gebracht hat,
-nicht nur weil er so den tragischen Tod seiner 5 jährigen Tochter
verarbeitet, sondern weil für mich darin noch mehr steckt worüber
es sich lohnt einmal nachzudenken - hier ein kleiner Auszug der
Deutschen Übersetzung:
Himmel ist das
Gesicht eines kleines Mädchens mit braunen Augen,
die verschwinden,
wenn Sie lacht.
Himmel ist der
Platz wo sie mich ruft und sagt: " Papa, komm mit mir spielen".
Himmel ist das
Geräusch Ihres Atmens, wenn Sie auf meiner Brust liegt und
eingeschlafen ist, während ich singe und
Himmel ist ihr
Gewicht in meinem Armen, während sie dort ist um sie vor allem Übel
zu schützen, während sie schläft.
Eins ist mir beim
Hören des Liedes noch einmal ganz klar geworden: Es liegt auch an
uns, die Augen für die schönen Momente im Alltag zu haben und diese
als Geschenk und Segen anzunehmen, trotz oder vielmehr gerade weil
der so oft so ist wie er er ist. Dabei spielt es keine Rolle, was
für uns in der jetzigen Situation persönlich der Himmel auf Erden
sein könnte.
Hat es Gott uns
nicht so oft schon zugesagt? ER will und wird uns jeden Tag neu
beschenken und segnen, die Frage ist nur, ob wir Gott in diesen
Dingen überhaupt wahrnehmen oder ob wir von Gott nur die großen
Wunder erwarten oder nur dass, was uns hier und jetzt in den Kram
passt.
Ein Gedanke, über
den es sich vielleicht lohnt, mal was genauer nach zudenken. Ich
finde es wunderbar, dass Gott kein Gott nur für die lauten Töne
ist, sondern dass er uns täglich ein kleines Stück Himmel auf Erden
schenken will.
Ich lade uns ein,
unseren Blick -nicht nur im Urlaub für die wahren und schönen Dinge
- zu schärfen, damit wir nicht nur den Stress auf der Arbeit, die
anstrengenden Kinder oder was uns sonst noch stört, wahrnehmen,
sondern dass darin immer noch so viel Platz ist, dass ein Stück
Himmel dort hineinpasst und wir dies dankbar als Gottes Geschenk
für mich an diesen Tag annehmen können. Das ist wie eine Batterie
in ein Ladegerät stecken, um neue Energie zu tanken.
Warte nicht nur
auf die großen Wunder, sonst verpasst Du die vielen kleinen.
In diesem Sinne
eine schöne und gesegnete Urlaubszeit und einen ebensolchen Alltag.
Gott mich Euch !!!