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In der Not zeigt sich das Gute im Menschen

    In der Not zeigt sich das Gute im Menschen

    (von Riccardo Samer)

    Am Freitag erhielt ich einen Anruf meiner Mutter. Ihr Wohnwagen der direkt an der Mosel steht, müsse vom Campingplatz runtergezogen werden. Die Mosel stehe kurz davor, den Campingplatz zu überfluten. Die Regengüsse der letzten Tagen hatten den Wasserstand von 2,50 m auf fast 6,00 m ansteigen lassen.

    So bat mich meine Mutter, nach der Arbeit auch zur Mosel zu fahren. Alles müsse abgebaut und wieder verpackt werden.

     

    Wir überlegten, wen wir noch fragen könnten. Schnell fanden sich weitere helfende Hände. Wir waren erstmal überglücklich. Wir wussten, dass alle bereits 8 Stunden gearbeitet hatten und nun in Kauf nahmen, dass sie nach 2 Stunden Autofahrt nochmal arbeiten müssten. In dieser Situation waren wir heilfroh, sie dabei zu haben. So konnten wir alles schnell abbauen und blieben trocken. Um 23 Uhr kamen wir dann alle nach einer Fahrt mit starken Regen und Gewitter heil zuhause an. Hätten wir länger gebraucht, wären wir klatschnass geworden.

     

    Heute habe ich ein Video auf Facebook gesehen. Flüchtlinge aus Afrika halfen einem völlig verwüsteten Ort in Deutschland wieder aufzubauen und aufzuräumen. Der Regen hatte viele Häuser zerstört.

    In der Not haben auch hier alle zusammen gehalten und zusammengearbeitet.

     

    Viele Menschen helfen in diesen Tagen denjenigen, die sovieles verloren haben.

     

    Die letzten Tage haben das beste in den Menschen zum Vorschein gebracht: Die Nächstenliebe

     

    Ich denke die Geschichte des Barmherzigen Samariters kennen die meisten von euch.

     

    (Lk 10, 29- 37).

    Die Geschichte handelt im Wesentlichen davon, dass einem Hilfsbedürftigen anfangs nicht geholfen wird. Ein Priester, sowie ein Levit sind an ihm vorbei gegangen ohne ihm zu helfen oder beachten. Die dritte Person, ein Samariter, hat dem verletzten Mann geholfen und sich um ihn gekümmert. Er ist mit ihm zu einem Gasthaus gegangen, hat ihn dort einen Tag gepflegt und hat anschließend dem Wirt Geld dafür gegeben, dass dieser ihn pflegt. Demnach kann man sagen, der Samariter hat sich sehr gut um den Mann gekümmert.

    Die Geschichte ist ein klassisches Beispiel für die Nächstenliebe.

    In der Bibel steht: Jesus sagt:"Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller deiner Kraft und deinem ganzen Verstand! Und: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst!" (Lk 10, 27). Die Nächstenliebe ist demnach etwas, was der Mensch bekommt. Laut Duden bezeichnet die Nächstenliebe im allgemein die Bereitschaft einer Person, ihren Mitmenschen zu helfen und Opfer für sie zu bringen, verstanden.

     

    Ich denke, dass alle im Alltag mehr "nächsten lieben" sollen. Nicht nur in der Not, sei es in der Schule, sei es bei der Arbeit oder sei es sonst wo. Es bringt nicht nur demjenigen, der es bekommt etwas, sondern auch demjenigen, der es gibt.

    Ich sehe daher unsere Aufgabe darin, immer ein wachsames Auge zu haben, um zu schauen, wen wir in unserem Umfeld unterstützen können. Was hindert uns daran, mal ein wenig Zeit aufzugeben, um jemanden auch bei kleinen Dingen, wie der Gartenarbeit zu unterstützen. Einen großen Nachteil hat man dadurch auf jeden Fall nicht.