Nach den positiven Erfahrungen unserer Freizeit im Jahr 2022 entschieden wir uns auch dieses Jahr wieder für das Jugendheim auf dem Pützberg.

Am 8. Mai trafen sich die Mitarbeiter bereits auf dem Pützberg, um die Vorbereitungen zu treffen. Für eine Freizeit, bei der draußen übernachtet wird, braucht man natürlich Zelte. So begann der Aufbau der Zeltstadt. Einige Stunden später stand eine beeindruckende Zeltstadt, die ihresgleichen suchte. Die Mitarbeiter genossen anschließend einen ruhigen Abend und freuten sich auf die Teilnehmer, die am nächsten Tag ankommen sollten.

Am Morgen des 9. Mai war es dann soweit. Die Kinder kamen mit ihren Eltern an und suchten sich als erstes ihren Platz im Zelt. Nachdem alle ihre Sachen verstaut und sich eingerichtet hatten, startete auch schon das Programm.

Da wir uns alle noch nicht kannten, begannen wir mit Kennenlernspielen, um die Namen der anderen zu lernen. Am Nachmittag durften die Kinder sich dann für eine Nachmittags-AG entscheiden. Sie konnten beim Bau von Sonnenuhren handwerklich tätig werden, sich beim Jugger sportlich betätigen oder beim Gestalten von Armbändern kreativ werden. Wer lieber Kosmetika herstellen wollte, fand auch hierfür das passende Angebot.

Am Abend feierten wir dann einen Kindergeburtstag zusammen. Klassiker wie „Reise nach Jerusalem“, „Topfschlagen“ und andere Spiele wurden neu interpretiert, und alle hatten einen Riesenspaß. Doch das war noch nicht alles. Am großen Lagerfeuer sangen wir zuerst ein paar Lieder, bevor wir bei der Mississippi-Melodie ein neues Gesicht begrüßen durften: Klodwig, der Schafhirte, der uns die nächsten Tage von seinem Zusammentreffen mit der vermeintlichen Tochter des Herzogs und ihrem Gesangstalent erzählte. (Eine kleine Anmerkung: Unser Geschichtenerzähler Christian spielte seine Rolle so überzeugend, dass er die nächsten Tage nach der Freizeit mit einem freudigen „Määäh“ begrüßt wurde.)

Nach einer kurzen Nacht – die Aufregung war einfach stärker als das Bedürfnis nach Schlaf – begann der Tag nach dem Morgenkreis mit dem Frühstück.

Bei unserer ersten Bibelarbeit ging es um die Alltagsfragen, die wir uns stellen. Fragen wie:

  • Habe ich mich richtig gegenüber Lisa verhalten? Was habe ich falsch gemacht?
  • Warum habe ich mehr Pickel als meine Freunde?
  • Warum streiten meine Eltern sich jetzt schon wieder?
  • Warum lachen die gerade? Lachen die mich aus?

Was sind Fragen, die du dir so stellst, und wie gehst du damit um? Wir haben bei solchen Fragen das Gespräch mit Gott gesucht. Er löst diese Probleme nicht auf magische Weise, aber er macht vieles erträglicher und verständlicher.

Nach den Bibelarbeiten ging es weiter zu einer der zahlreichen AGs, die angeboten wurden. Da war für jeden etwas dabei. Am Nachmittag waren dann die Siedler unterwegs. Auf einem riesigen, selbstgebauten Spielfeld kämpften die Kinder um wichtige Ressourcen, um ihre Ländereien zu vergrößern. Bei den anstrengenden Stationen schwanden die Energiereserven zusehends und mussten beim leckeren Abendessen wieder aufgefüllt werden.

Abends stellten die Kinder ihre besonderen Fähigkeiten bei „Mein Teilnehmer kann“ unter Beweis. Anschließend waren alle müde und froh, sich am Lagerfeuer einfach nur hinsetzen zu können. Der ein oder andere unterstützte Klodwig bei seiner Geschichte mit einem Schnarchgeräusch. Wer danach immer noch Energie hatte, konnte sich beim Kampf um die Knicklichter austoben. Außenstehende wunderten sich über die komischen Lichter, die über den Sportplatz flitzten – unsere eigenen großen Glühwürmchen.

In der Nacht erlebten die Mitarbeiter ein besonderes Naturschauspiel: Polarlichter erhellten den Himmel über dem Pützberg und färbten ihn lila. Nach einer ruhigen Nacht, in der die meisten wirklich ausschliefen, starteten wir nach dem Frühstück mit der nächsten Bibelarbeit.

Hier wurde uns gezeigt, wie schwer, aber auch wie leicht der Einzug in den Himmel ist. Die Einladung bekommt jeder in seinem Leben. Wir müssen sie nur annehmen. Hast du deine Einladung schon angenommen?

Nach den Bibelarbeiten wurde alles für das Nachmittagsprogramm vorbereitet, und neue Fähigkeiten bei den AGs erworben. Wir brauchten Spezialisten für die Orientierung im Gelände, das fachgerechte Feuer machen, Knoten, Wildkräuter, Spurensuche und das Schnitzen der Wanderstöcke. Das Mittagessen war besonders: Die Kinder bereiteten mit kleinen Kochern ihr Essen selbst zu. Brühe, Würstchen und Reis wurden meisterlich kombiniert, sodass jeder satt wurde und es auch wirklich lecker war.

Nachmittags begaben sich die Kinder auf eine Wanderung zu verschiedenen Stationen, bei denen sie die Fähigkeiten aus den AGs benötigten. Sei es das Verzieren der

eigenen Wanderstöcke oder das Überqueren des Flusses auf der Slackline – jeder konnte zeigen, was er gelernt hatte.

Das Abendessen fiel dann üppiger aus. Die großzügig dimensionierte Lasagne reichte für mehrere Portionen. Das geplante Quiz am Abend ließen wir ausfallen, da alle Ruhe und Erholung brauchten. So gab es Freizeit, bis wir uns zum letzten Teil von Klodwigs Geschichte am Lagerfeuer trafen.

Und dann war es soweit – der letzte Freizeittag stand an. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge sahen wir dem neuen Tag entgegen. Traurig, dass es schon wieder fast vorbei war, aber auch freudig auf die Freunde und Familie, die zum gemeinsam gestalteten Gottesdienst kamen. Jeder hat sich bei diesem Gottesdienst eingebracht. Sei es im Dekoteam, im Chor, bei den Fürbitten oder der Lesung.

Nach einem tollen Gottesdienst wurde der Grill angeworfen, und alle konnten sich nochmal stärken.

Wir hatten eine grandiose Freizeit, an die wir uns noch lange erinnern werden. Wir freuen uns schon auf die nächste Freizeit (Tipp: Haltet euch die erste Woche der Sommerferien 2025 frei!).

Die Freizeitleitung möchte sich bei allen Mitarbeitern, spontanen Helfern und den fleißigen Köchen bedanken. Vielen Dank für euren Einsatz – ohne euch wäre diese Freizeit nicht möglich gewesen.