von Isabel Küpper-Dabringhausen

Was ist für mich Sport?

Als begeisterter Sportfan habe ich in den letzten Wochen mit Freude verfolgt, wie der VfL Gummersbach wieder auf der Erfolgsspur zurück ist, wie Bayer Leverkusen mit einem jungen Trainer die Fußball Saison 2023/2024 geprägt hat und auch Fußballfans anderer Vereine zu diesem Erfolg gratuliert haben und wie Dortmund es ins Finale der Champions League geschafft hat, dort aber leider eine bittere Niederlage hinnehmen musste. Ich freue mich über Siege der Eishockey-Nationalmannschaft genau so wie über den Aufstieg von Holstein Kiel in die 1. Fussball-Bundesliga.

Gespannt bin ich auf die Fußball-Europameisterschaft, aber fast noch mehr auf die Olympischen Spiele in Frankreich.

Ich weine mit den Siegern, aber genauso mit den Verlierern. Und wenn ich vieles im Leistungssport auch sehr kritisch sehe, kann ich eigentlich nicht ohne!

Aber was fasziniert mich und so viele andere am Sport?

Natürlich die Freude der Sieger, wenn nach jahrelangem Training endlich der verdiente Erfolg eingefahren werden konnte.

Aber bildet der Sport nicht auch das Leben im Allgemeinen ab?

Es gewinnt nicht immer der bessere, sondern oft auch der Glücklichere. Es gibt Glücksfälle, aber auch Pechsträhnen und viele Ungerechtigkeiten. Aber ist es im Leben nicht auch so? Oft gewinnt man, aber genauso oft verliert man. Die Frage ist: Wie werde ich mit den Niederlagen fertig? Die Bibel sagt, gerade in den Niederlagen erhalten wir von Gott Kraft und Halt. Er gibt uns Rückgrat und bleibt an unserer Seite. Er stärkt uns und hilft uns, mit Niederlagen umzugehen. „Ich bin bei Euch alle Tage!“ (Matthäusevangelium).

Für mich persönlich ist Sport aber auch immer wieder eine der größten und friedlichen Zusammenkünfte verschiedener Nationen und Religionen. Bei Großveranstaltungen wie den olympischen Spielen geht es um die Leistung und das dabei sein. Glaubensfragen, politische Diskrepanzen bleiben meistens für einen kurze Zeit außen vor:

Als 2018 bei der Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang Südkorea und Nachbar Nordkorea gemeinsam einliefen, war das eine Sensation und zeigte deutlich, was Sport alles möglich macht.

Natürlich ist mir bewusst, dass beim Sport Politik und Religion nicht immer keine Rolle spielen, denn zu oft wurden u.a. olympische Spiele schon boykottiert.

Aber diese Veranstaltungen setzen immer wieder ein großes Zeichen, dass wir Menschen es friedlichen miteinander können, über religiöse und politische Grenzen hinweg. Wie sagte Papst Benedikt XVI 2007:

„Sport kann uns im Geist der Gemeinschaft unter Völkern und Kulturen zusammenführen. Der Sport ist in der Tat ein Zeichen dafür, dass der Friede möglich ist.“

Und so wünsche ich uns allen eine friedlichen Fußball-Europameisterschaft und friedliche Olympische Spiele, geprägt von menschlichem Miteinander, egal ob als Sieger oder Verlierer.

„Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein. (1. Petrus 4,10)“