von Petra Kleinauski

Meine Lebensschale.

Herzliche Grüße aus meiner Reha hoch im Norden.
Hier bin ich raus aus meinen Systemen und meinem Alltag und befasse mich aktuell mit einer Lebensweisheit des Hl. Bernhard von Clairvaux (1090-1153).

„Wenn du vernünftig bist, erweise dich als Schale und nicht als Kanal,
der fast gleichzeitig empfängt und weitergibt,
während jene wartet, bis sie gefüllt ist.
Auf diese Weise gibt sie das, was bei ihr überfließt,
ohne eigenen Schaden weiter.
Lerne auch du, nur aus der Fülle auszugießen und
habe nicht den Wunsch freigiebiger zu sein als Gott.“

Bernhard von Clairvaux

Vor mir steht eine Schale , liegt ein Zettelblock und ich habe Stifte ✏ in verschiedenen Farben.
Was füllt meine Schale?

Angenehme Gefühle füllen die Schale mit Liebe und Lebenskraft!
Der Mensch braucht Beziehung und Gemeinschaft!
Ein Miteinander von Geben und Nehmen schafft ein Umfeld der Fülle!

Ist es nicht genau das, was eine christliche Gemeinschaft wie den CVJM ausmacht?
Ich bin jetzt über 35 Jahre in unserem CVJM aktiv, ehrenamtlich tätig und hätte nie für möglich gehalten, das ich mit 56 noch in die Jungschar gehe

Klar hat es auch mit ehrenamtlichen Aufgaben Zeiten gegeben, in denen ich Bernhards Weisheit nicht beherzigt habe und dennoch haben unter Anderem, die Begegnungen und Beziehungen, die gute Erfahrungen und unvergessenen Ereignisse, meine Schale immer wieder gefüllt.

Nun, die Reha mache ich aus gutem Grund und ich kenne Menschen, deren Lebensschale nicht überfließt, die Risse hat oder ein großes Loch
Niemand steht damit allein.

Im Buch Sirach, einer Spätschrift des alten Testaments lese ich auch davon meine Lebensschale gut zu behandeln und zu füllen.

Wer sich selber nichts Gutes gönnt, was sollte der andern Gutes tun? Sirach 14, 5a
Mein Kind, tu dir selbst so viel Gutes, wie du kannst, und gib dem Herrn die Opfer, die ihm gebühren. Sirach 14, 11

Das größte Opfer schenkte Gott selbst; seinen eigenen Sohn! Das Osterfest haben wir gerade erst gefeiert.
Gott überlässt die Menschen nicht sich selbst. Die Welt bekommt eine neue Perspektive.
Die Osterbotschaft befreit die Menschen dazu, als Gottes Kinder im Glauben, in der Liebe und in der Hoffnung zu leben.

Eine mit Gnade und Liebe gefüllte Lebensschale.

Jesus Christus ist und bleibt die Mitte meines Lebens und hoffentlich deines Lebens und allen Wirkens des CVJM.