Der Beginn es neuen Jahres ist auch immer ein Neustart. Man startet mit guten Vorsätzen. Der Klassiker ist wohl der Gang zum nächsten Fitnessstudio oder der Beginn der nächsten Diät.

Unser Neustart in der Familie war da aber schon fast ein halbes Jahr her. Da haben wir unser Pflegekind aufgenommen. Und alle Eltern wissen genau, wie es ist, wenn aufeinmal das erste Kind da ist.

Bei uns wurden nur aus den üblichen neun Monaten sechs Wochen in der wir uns auf die neue Situation einstellen konnten. Und dann stand er eines Morgens im wahrsten Sinne mit all seinen Sachen und einem Koffer vor unserer Haustür.

Und die ersten Tage…ach was….Wochen waren anstrengend. Aber nicht mal, weil unser Pflegekind Probleme mit der Umstellung hatte, sondern weil wir erstmal mit dieser neuen Situation klar kommen mussten.

Nach zwei Tagen kamen von den sowieso schon sehr wenigen Rufen in der Nacht nach Mama oder Papa garkeine mehr und er schlief komplett problemlos durch.

Und wir? „Bescheuert“ wie man ist, wartet man doch die ganze Zeit auf das Rufen und liegt die halbe Nacht wach.

Und dann war da immer diese Angst im Hinterkopf, wann er seine bisherige Pflegefamilie vermisst und in ein Loch fällt.

Ein halbes Jahr später wissen wir, dieses Loch kam nicht und wir vermuten, es wird auch nicht mehr kommen.

Trotzdem hat uns das belastet. Ständig mit der Angst zu leben, dass irgendetwas passieren wird, man aber nicht weiß, wann und wie.

Und trotz allem würden wir diesen Neustart jederzeit wieder wagen. Niemand würde sein Kind wohl jemals wieder hergeben. Egal wie anstrengend diese Zeit ist oder war. Wenn das Kind aufwacht und freudestrahlend Mama oder Papa ruft, weiß man nicht mehr, wie einem geschieht. Man kommt nach einem langen Arbeitstag nachhause und da kommt jemand zur Tür geflitzt und will einfach in den Arm genommen werden.

In dieser Zeit waren wir froh, jemanden an unserer Seite zu wissen. Zu wissen, dass wir mit unseren Problemen und Fragen nicht alleine sind. Gott hat uns gezeigt, wie wir diesen Neustart als Familie schaffen können. Er hat uns genau da unterstützt, wo wir selbst nicht mehr weiter wussten.

Jeder von euch hat mit Sicherheit seine Probleme bei seinem Neustart. Bleiben wir bei dem Beispiel von oben. Der Start einer Diät.

  • Wie soll ich das nur die nächsten Wochen durchhalten?
  • Mir fehlt mein Lieblingssnack.
  • Ich hab ständig dieses Hungergefühl.

All das sind Probleme und Fragen, die einem durch den Kopf gehen und einen zweifeln lassen. Hat man da wirklich die richtige Entscheidung für die nächste Zeit getroffen?

Seid euch sicher, da ist jemand dem ihr genau diese Frage stellen könnt und er wird euch den richtigen Weg zur Lösung zeigen. Vermutlich nicht immer sofort offensichtlich, aber es wird etwas mit euch passieren und genau dann hat Gott seine Finger im Spiel. Er legt euch den Arm auf die Schulter und will euch unterstützen, genau da weiter zu machen.

Ich wünsche euch einen tollen (Neu-)Start ins Jahr. Ich hoffe, alle eure Wünsche werden wahr und ihr könnt das neue Jahr genau so verbringen.